Streitschlichtung

 
Schülermediation ist ein auf wenige Regeln und Formen vereinfachtes Gesprächsführungskonzept, mit dem besonders befähigte und ausgebildete Schüler ihre Mitschüler bei der Regelung kleiner und mittelschwerer Auseinandersetzungen unterstützen, und dies auf freiwilliger Basis. Sobald die Konflikte komplexer werden, sich über Monate hinziehen, Intrigen im Spiel sind, ernste Körper-verletzungen passieren und bei Vandalismus sind die Grenzen der Peer-Education erreicht. Dann sind Erwachsene gefragt. Schüler-Streitschlichtung ist daher in unserem abgestuften Konzept des Anti-Gewalt-Programms nur ein Mittel neben anderen.

Bereits im Jahre 2002 nahmen etliche Lehrkräfte der Realschule an einem mehrtägigen Seminar zum Thema Schüler-Streit-Schlichter-Seminar teil. Hierbei ging es zunächst um die Definition von Konflikten, deren verschiedene Sichtweisen und wie einem Streit zu begegnen ist. Daneben standen aber vor allem Trainings zur Gesprächsführung aber auch die Durchführung von kompletten Mediationen auf der Agenda.

Inzwischen werden alle drei Jahre Schüler und Schülerinnen der 7. Klassen an der RS Bad Schönborn zu Streitschlichtern ausgebildet. Die Ausbildung der neuen Streitschlichter findet in der Regel außerhalb der Schule statt.  Zwei Jahrgänge wurden in Kooperation mit der Franz-Josef-Mone Schule ausgebildet. Die Streitschlichter werden in der Schule per Aushang bekannt gemacht.

Geraten Schülerinnen oder Schüler in Streit miteinander wenden sie sich entweder direkt an die Streitschlichter oder aber sie nehmen auf Empfehlung von Lehrkräften Kontakt mit ihnen auf. Nach der Kontaktaufnahme erfolgt eine Termin-vereinbarung. Die Schlichtungen beginnen in der Regel in der großen Pause und dauern bis in die 4. Stunde hinein an. Die Streitschlichter unserer Schule verfügen über einen eigenen Raum.

Streitschlichter-Programme sind keine Allheil-mittel, sie bieten aber eine praktikable Möglich-keit, um kleine und mittlere Auseinandersetz-ungen insbesondere jüngerer Schüler zu regeln. Die Streitschlichter werden kompetenter und tragen diese Kompetenzen so gut sie können in die Familie und in die Peer-Group. Streitende Schüler bekommen Hilfe, wenn sie dies wollen. Lehrer werden entlastet. Das soziale Klima an der Schule verbessert sich, und die Ausbildung macht den Schülern viel Spaß. Insbesondere wenn man sich der Grenzen des Ansatzes bewusst ist.

Rudi Knapp / Bernhard Steltz