Passend zum aktuellen Chemieunterricht zum Thema „Salze“ unternahmen die drei 9. Klassen der Realschule Bad Schönborn einen spannenden Lerngang in das Salzbergwerk Bad Friedrichshall-Kochendorf. Gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften Frau Bianca Mueller, Herrn Christian Paul, Herrn Sebastian Vögele und Frau Iris Köhler machten sich 70 Schülerinnen und Schüler auf den Weg.
Treffpunkt war um 8 Uhr am Bahnhof Bad Schönborn-Kronau. Von dort führte die Zugfahrt durch das malerische Neckartal nach Bad Friedrichshall-Kochendorf. Bereits die Anreise bot eindrucksvolle Ausblicke, bevor das eigentliche Abenteuer begann: Mit zweistöckigen Förderkörben ging es 180 Meter tief unter die Erde in das ehemalige Salzbergwerk.
Der anschließende selbsterklärende Rundgang führte durch gewaltige unterirdische Hallen, in denen bis 1994 Kochsalz abgebaut wurde. Eindrucksvolle Lichtinstallationen und abwechslungsreiche Ausstellungen machten die Geschichte des Salzbergwerks auf besondere Weise erlebbar. Die Schülerinnen und Schüler erhielten anschauliche Informationen über die Entstehung der Salzlagerstätte, den Abbau des Steinsalzes sowie die Bedeutung des Rohstoffs Salz für den Alltag.
Der Besuch stellte eine ideale Ergänzung zum Chemieunterricht dar. Während im Unterricht die chemischen Eigenschaften und die Entstehung verschiedener Salze behandelt werden, konnten die Jugendlichen im Bergwerk den natürlichen Ursprung von Kochsalz unmittelbar erleben. Die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischen Eindrücken machte viele Unterrichtsinhalte greifbar und zeigte eindrucksvoll, wie eng Naturwissenschaft und regionale Geschichte miteinander verknüpft sind.
Besonders bewegend war die Ausstellung zum Gedenken an die Zwangsarbeiter, die bis 1945 in der KZ-Außenstelle Kochendorf unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Sie regte die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken an und verdeutlichte, dass das Salzbergwerk nicht nur ein geologischer, sondern auch ein historischer Lernort ist.
Natürlich kamen auch Spaß und Staunen nicht zu kurz. Für Begeisterung sorgte die 40 Meter lange Rutsche, mit der ein Teil der Strecke zurückgelegt werden konnte. Ebenso beeindruckte die weltweit größte Bergbaumaschine, deren gewaltige Ausmaße einen bleibenden Eindruck hinterließen. Ein weiteres Highlight war, dass jeder einen Salz-Gesteinsbrocken als Erinnerung mitnehmen durfte – sodass auf der Heimfahrt so mancher Rucksack deutlich schwerer war als noch am Morgen.
Gerade an einem heißen Sommertag erwies sich das Salzbergwerk als ideales Ausflugsziel: In 180 Metern Tiefe herrschen ganzjährig angenehme Temperaturen von etwa 18 °C. Mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Erkenntnissen und einem Stück Steinsalz im Gepäck kehrten die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag nach Bad Schönborn zurück.
